Wenn Ihr Euch ein Kind wünscht und es bisher nicht klappt, kann ein Spermiogramm helfen, die Ursachen besser zu verstehen. Dabei wird die Spermienqualität, -anzahl und -beweglichkeit im Labor genau untersucht. Ein wichtiger Schritt, um die Fruchtbarkeit des Mannes richtig einzuschätzen.
Ein Spermiogramm ist der wichtigste Fruchtbarkeitstest für Männer und liefert klare Hinweise, ob eine natürliche Schwangerschaft möglich ist oder ob eine gezielte Behandlung sinnvoll ist.
Das findest Du auf dieser Seite:
- Was ist ein Spermiogramm?
- Was kostet ein Spermiogramm?
- Welcher Arzt ist zuständig?
- Wie läuft ein Spermiogramm ab?
- Diagnosen
- Wie kannst Du Dein Spermiogramm verbessern?
Was ist ein Spermiogramm?
Ein Spermiogramm, auch Spermienanalyse genannt, zeigt, wie viele Spermien im Ejakulat vorhanden sind, wie sie geformt sind und wie beweglich sie sind. Das Ergebnis hilft Dir einzuschätzen, wie wahrscheinlich eine natürliche Schwangerschaft ist. Für die Analyse wird eine Samenprobe im Labor untersucht. Das Ergebnis kann wichtige Hinweise geben, wenn es bisher nicht mit der Schwangerschaft geklappt hat.
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Was kostet ein Spermiogramm?
Die Kosten liegen in der Regel zwischen 60 und 90 Euro, wenn der Verdacht auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit besteht.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzlich versichert: Die Krankenkasse übernimmt das Spermiogramm meist komplett, wenn Ihr bereits länger versucht, schwanger zu werden. Am besten rufst Du dort kurz an und lässt Dir die Kostenübernahme bestätigen.
Privat versichert: Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Auch hier lohnt sich eine Rücksprache mit der Praxis.
Welcher Arzt ist zuständig?
Das Spermiogramm wird von einem Urologen oder Andrologen durchgeführt, also Fachärzten, die auf die männliche Fruchtbarkeit spezialisiert sind. Alternativ kannst Du Dich auch direkt an eine Kinderwunschklinik wenden. Dort wird die Analyse häufig im Rahmen der Erstdiagnostik angeboten.
Wie läuft ein Spermiogramm ab?
Am Tag des Tests gibst Du in der Praxis eine Samenprobe ab, meist durch Masturbation in einem separaten Raum. Wichtig ist, dass Du dabei keine Gleitmittel verwendest und das gesamte Ejakulat in einem sterilen Becher auffängst. Hände und Penis sollten vorab gründlich gewaschen werden. Wenn es Dir lieber ist, darf Deine Partnerin oft mit in den Raum kommen.
Kann ich das Spermiogramm auch zu Hause machen?
Ja, viele Labore oder Kinderwunschpraxen ermöglichen, die Probe zu Hause zu gewinnen. Wichtig ist, dass die Probe innerhalb von 30 bis 60 Minuten bei Körpertemperatur ins Labor gebracht wird.
- das Sperma durch Selbstbefriedigung gewinnen
- oder mit einem Spezialkondom beim Sex auffangen
Wie bereitest Du Dich auf das Spermiogramm vor?
Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, solltest Du drei bis fünf Tage vor der Probe keinen Samenerguss haben (Karenzzeit). Länger als sieben Tage sollte die Pause nicht dauern, da die Spermien danach an Beweglichkeit verlieren.
Was passiert im Labor?
Im Labor wird die Samenprobe makroskopisch und mikroskopisch untersucht. Die Ergebnisse liegen meist nach wenigen Tagen vor.
Makroskopische Untersuchung
- Volumen: ab 1,5 ml gilt als normal
- Farbe: grau-weiß bis gelblich
- Verflüssigung: nach ca. 20 Minuten
- pH-Wert: 7,2– 8,0
Mikroskopische Untersuchung
- Spermienkonzentration: mind. 15 Mio. pro ml
- Beweglichkeit: mind. 40 % gesamt, 32 % mit Vorwärtsbewegung
- Vitalität: mind. 58 % lebende Spermien
- Morphologie: mind. 4 % normal geformte Spermien
Zusätzlich kann ein MAR-Test durchgeführt werden. Er prüft, ob sich Antikörper gegen Spermien gebildet haben.
WHO-Normwerte zur Orientierung
| Parameter | WHO-Referenzwert |
|---|---|
| Volumen | ≥ 1,5 ml |
| Verflüssigungszeit | ≤ 60 Minuten |
| pH-Wert | 7,2 – 8,0 |
| Konzentration | ≥ 15 Mio./ml |
| Gesamtanzahl | ≥ 39 Mio. |
| Beweglichkeit | ≥ 40 % gesamt / ≥ 32 % progressiv |
| Vitalität | ≥ 58 % lebend |
| Morphologie | ≥ 4 % normal geformt |
| Leukozyten | ≤ 1 Mio./ml |
| MAR-Test | ≤ 50 % Antikörper-positive Spermien |
Diagnosen, die sich aus dem Spermiogramm ergeben können
- Normozoospermie: normale Samenprobe
- Oligozoospermie: zu wenige Spermien
- Asthenozoospermie: eingeschränkte Beweglichkeit
- Teratozoospermie: viele fehlgebildete Spermien
- Oligo-Astheno-Teratozoospermie: mehrere Auffälligkeiten
- Azoospermie: keine Spermien im Ejakulat
Wie kannst Du Dein Spermiogramm verbessern?
Spermien erneuern sich etwa alle drei Monate – daher kannst Du viel tun, um die Qualität zu verbessern.
- Ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkorn
- Rauchen vermeiden und Alkohol reduzieren
- Regelmäßige Bewegung & Entspannung
- Ausreichend Schlaf
- Nahrungsergänzungen wie Selen und Zink
Fazit
Ein Spermiogramm kann Dir helfen zu verstehen, wie es um Deine Fruchtbarkeit steht und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Ein auffälliges Ergebnis ist keine endgültige Diagnose, sondern eine Orientierung. Mit gesunder Lebensweise und medizinischer Begleitung kannst Du Deine Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern.
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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
















