Übelkeit in der Schwangerschaft gehört für viele Frauen zu den ersten Anzeichen und zu den unangenehmsten. Etwa 70 bis 80 % aller Schwangeren erleben in den ersten Wochen eine sogenannte Morgenübelkeit, die oft schon ab der 5. Schwangerschaftswoche beginnt.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist sie harmlos und klingt bis zum Ende des ersten Trimesters von selbst wieder ab. Dennoch kann sie den Alltag stark beeinträchtigen, vor allem, wenn Appetit und Energie fehlen.
Hier findest Du fundierte Informationen und praktische Tipps, was wirklich gegen Schwangerschaftsübelkeit hilft. Erfahre außerdem, ab wann Morgenübelkeit typischerweise auftritt, welche Maßnahmen sofort Linderung bringen, und wann ärztliche Hilfe wichtig ist.
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Warum ist einem in der Schwangerschaft übel?
Die genauen Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit sind noch nicht vollständig erforscht. Fachleute gehen davon aus, dass vor allem die Hormonumstellung in den ersten Wochen eine Rolle spielt, insbesondere der Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG.
Auch ein niedriger Blutzucker, Stress, ein sensibler Magen oder ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Vitamin B6 oder Magnesium) können die Beschwerden verstärken.
Manche Expert:innen vermuten sogar eine Schutzfunktion: Übelkeit könnte den Körper davor bewahren, in dieser empfindlichen Phase schädliche Stoffe aufzunehmen – ein natürlicher Mechanismus, um das Baby zu schützen.
Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?
Es gibt kein allgemeingültiges Rezept, aber viele kleine Schritte, die Erleichterung bringen können.
1. Zucker- und fettreduziert essen
Fettige oder sehr süße Speisen belasten den Magen und können die Übelkeit verstärken. Leichte Kost mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist oft besser verträglich.
2. Ingwer – sanfte Hilfe aus der Natur
Ingwer wird traditionell verwendet, um den Magen zu beruhigen. Viele Schwangere empfinden Ingwertee, Kapseln oder das Kauen frischer Ingwerwurzel als wohltuend.
Sprich bei regelmäßiger Einnahme bitte mit Deiner Hebamme oder Ärztin für die richtige Dosierung.
3. Genug trinken
Gerade bei Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit. Versuche, regelmäßig kleine Schlucke zu trinken – stilles Wasser, Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte. Eiswürfel oder gefrorene Fruchtstücke können helfen.
4. Mehrere kleine Mahlzeiten
Lange Essenspausen senken den Blutzucker und können Übelkeit auslösen. Iss lieber mehrmals täglich kleine Portionen, etwa Zwieback oder Cracker am Bett vor dem Aufstehen.
5. Gerüche meiden
Viele reagieren stark auf Gerüche wie Kaffee oder Parfüm. Finde heraus, was Deinen Magen reizt, und meide diese Auslöser.
6. Eisenpräparate prüfen
Eisen ist wichtig, kann aber empfindliche Mägen zusätzlich belasten. Wenn Du Eisenpräparate einnimmst, sprich mit Deiner Ärztin über eine magenfreundliche Alternative.
7. Zitronenscheiben
Frische Zitronenscheiben können helfen, den Brechreiz zu mildern – langsam lutschen oder daran riechen.
8. Ausreichend Ruhe
Dein Körper leistet Großartiges. Pausen und Entspannung helfen, Stress zu reduzieren – ein häufiger Verstärker der Übelkeit.
9. Alternative Methoden
Akupunktur oder Akupressurbänder können die Symptome lindern. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, aber viele Schwangere berichten positive Erfahrungen.
Mehr Informationen zu geeigneten Lebensmitteln findest Du hier: Lebensmittel in der Schwangerschaft
Ist mein Baby trotz Übelkeit und Erbrechen gut versorgt?
Ja, in der Regel ist es das. Auch wenn Du weniger Appetit hast oder Dich gelegentlich erbrichst, versorgt Dein Körper das Baby zuverlässig.
Nur bei sehr starker Übelkeit mit häufigem Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) kann eine medizinische Behandlung nötig sein.
Wenn Du Dich schwach fühlst oder kaum etwas bei Dir behalten kannst, sprich bitte mit Deiner Ärztin oder Hebamme.
💡 Tipp: Eine ausgewogene Ernährung und ergänzende Nährstoffe können Dich unterstützen. Unser BabyFORTE Kugelzeit enthält sorgfältig ausgewählte Vitamine und Mineralstoffe.
Wie lange dauert Schwangerschaftsübelkeit?
Die Symptome beginnen meist um die 5. Schwangerschaftswoche (SSW) und klingen bei den meisten Frauen um die 12. SSW wieder ab.
Manche erleben sie kürzer, andere länger – das ist individuell verschieden. Wenn sich Deine Beschwerden nach dem ersten Trimester nicht bessern, lass Dich beraten.
Wann solltest Du ärztliche Hilfe suchen?
Ein Termin bei der Ärztin oder beim Arzt ist sinnvoll, wenn Du:
- Dich mehrmals täglich erbrichst,
- kaum Flüssigkeit oder Nahrung behalten kannst,
- oder Gewicht verlierst.
Diese Anzeichen können auf Hyperemesis gravidarum hinweisen – eine seltene, aber ernstzunehmende Form der Schwangerschaftsübelkeit. Etwa fünf von 1000 Schwangeren sind betroffen.
Auch wenn die Übelkeit nach der 12. SSW bestehen bleibt, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.
Fazit
Schwangerschaftsübelkeit gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen in der Frühschwangerschaft. Sie ist in den meisten Fällen harmlos, aber belastend. Mit kleinen Ernährungs- und Alltagsanpassungen kannst Du die Beschwerden deutlich lindern.
Und das Wichtigste: Du bist damit nicht allein. Viele Schwangere erleben diese Phase – und sie geht vorüber. Achte gut auf Dich, gönn Dir Ruhe und sprich offen mit Deiner Hebamme oder Ärztin, wenn Du Unterstützung brauchst.
Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
















